Was, wenn ich krank werde - brauche ich eine eigene Krankenversicherung?
Die Krankenversicherung gehört zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Das sind außerdem noch die Pflege-, die Renten- und die Arbeitslosenversicherung.
Ab wann brauchst du eine eigene Krankenversicherung?
- Wenn du mit der Ausbildung beginnst und von Deinem Arbeitgeber einen monatlichen Lohn/Gehalt erhältst, musst du Dir eine Krankenversicherung suchen. Bekommst du weniger als 325 Euro Lohn, übernimmt dein Arbeitgeber die Beiträge. Dein Ausbildungsbetrieb überweist das Geld direkt von deinem Bruttolohn an die zuständigen Stellen. Übrig bleibt der Nettolohn, den du monatlich aufs Konto bekommst.
- Studierende können bis zum Vortag des 25. Geburtstags bei ihren Eltern versichert bleiben. Wer beim Bund oder Zivi war, darf seine Zeit in der Familienversicherung um diese Monate verlängern. Bist du verheiratet und dein/e Partner/in arbeitet, bist du mit ihr/ihm familienversichert. Vorsicht: Mehr als 375 Euro, in Minijobs 400 Euro, darfst du nicht verdienen. Sonst musst du dir selbst eine Krankenkasse suchen.
- Wenn du länger studierst als du familienversichert sein kannst, wechselst du in die Studentische Krankenversicherung. Alle Kassen haben einen Studi-Tarif im Angebot. Dazu kommt dann noch ein Beitrag für die Pflegeversicherung. Auch hier – Vorsicht: Arbeitest du mehr als 20 Stunden in der Woche, bist du für die Krankenkasse kein/e Student/in mehr. Dann fordert sie den Beitrag vom Bruttolohn wie von jedem anderen Arbeitnehmer auch.
Du kannst unter 146 Krankenkassen wählen. Die Leistungen der Kassen sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Bei den freiwilligen Angeboten gibt es Unterschiede. So können Versicherte manchmal einen Teil vom Beitrag erstattet bekommen. Die Kasse geht dann davon aus, dass du nicht rauchst, wenig trinkst und ein gesundes Leben führst, so dass sie für dich nicht so viel Geld ausgeben muss.
Privat versichern
Als Student/in darfst du dich auch privat krankenversichern. Dafür musst du dich bis drei Monate nach Studienbeginn von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreien lassen. Auch die meisten privaten Versicherer bieten Studententarife an. Die Höhe der Beiträge hängt vom Alter und vom Leistungsumfang ab. Vergleichen ist hier wichtig: Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden sich die Leistungen der privaten erheblich. Brauchst du zum Beispiel öfter eine neue Brille, achte darauf, wie gut ein Anbieter bei Sehhilfen zuzahlt.
Nach dem Studium kannst du auch wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Verdienst du mehr als die Versicherungspflichtgrenze (2012 sind das 50 850 Euro im Jahr), kannst du privat versichert bleiben oder dich freiwillig gesetzlich weiterversichern.
Zusätzlich versichern
Für vieles gibt es private Zusatzversicherungen: Sinnvoll können zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung oder eine zum Einschluss von Heilpraktiker-Behandlungen, Ein- und Zweibettzimmer im Krankenhaus oder Krankentagegeld sein. Eine der wichtigsten Zusatzversicherungen für junge Menschen ist meist die Auslandsreise-Krankenversicherung. Du braucht sie für den Schüleraustausch, als Au-pair, fürs Auslandssemester genauso wie für den Trip nach Spanien, durch Asien oder Lateinamerika.
Für Ausländer schreiben Ärzte oft hohe Rechnungen, auf denen du leicht sitzen bleibst. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nämlich nur, was im Reiseland üblich ist. Und das auch nur, wenn Deutschland mit diesem Land ein sog. Sozialversicherungsabkommen hat. Auch ein notwendiger Rücktransport nach Hause kostet im Ambulanzjet schnell mehr als 25 000 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt davon keinen Cent. Der Beitrag für die Auslandsreise-Krankenversicherung sichert mehrere Reisen von je um die 40 Tage ab und ist in jedem Fall gut angelegt. Wer länger unterwegs ist, braucht eine Langzeitversicherung.
Für Dich:
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